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Kloster Wimmelburg

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Zeittafel zur Geschichte des Klosters St. Cyriacus

 

1038 Am 25. April wird der sächsische Pfalzgraf Siegfried (Merseburger Linie) auf der „Wimilaburhc“ beigesetzt. Seine seit 1017 verwittwete Mutter Uota (Oda) ist im Besitz von Eisleben, sein Bruder Bruno ist Bischof von Minden.

 

nach

1038 Die Wimilaburg beherbergt eine nicht näher bezeichnete geistliche Stiftung. Die Eigenrechte dieser Stiftung besitzt Siegfrieds Tochter, die spätere Gräfin Christina.

 

vermutlich

1062/63 In der Amtszeit des Halberstädter Bischofs Burchard II. (1059-1088) wird die Stiftung und damit die Höhenburg im Einvernehmen zwischen Burchard II. und der Gräfin Christina in ein dem heiligen Cyriacus geweihtes Benediktinerkloster umgewandelt.

 

Wimmelburg war das erste Mönchskloster des Mansfelder Landes. Es gehörte zu den wenigen Abteien, denen die salischen Kaiser schon vor 1125 das Münzrecht verliehen haben.

 

1108 Am 7. August versammelt Bischof Reinard von Halberstadt die Geistlichkeit seines Bistums in Wimmelburg („in civitate Wimmodeburhc“). Die Organisation dieser Synode liegt in den Händen des Wimmelburger Abtes Milo.

 

1121 Am 10. August gestattet Bischof Reinhard von Halberstadt in Wimmelburg Abt Milo die Verlegung seines Klosters vom Berg ins Tal und bestätigt die Privilegien und den umfangreichen Grundbesitz. Nach 1121 erfolgt der Bau einer neuen geschlossenen Klosteranlage mit einer dem Benediktinerorden angemessenen, repräsentativen kreuzförmigen Basilika im Hirsauer Stil.

 

1162 Am 23. April 1162 verleiht Papst Viktor IV. den Wimmelburger Äbten das Recht, die Mitra (Bischofsmütze) zu tragen. Vermutlicher Bauabschluß der neuen Klosteranlage und der Klosterkirche.

 

1215Bischof Friedrich von Halberstadt übereignet dem Kloster Wimmelburg die Pfarrkirchen zu Klobikau (bei Merseburg) und Wimmelburg, die bisher nur dem Patronate des Klosters unterworfen waren.

 

1311 Ab 1311 besitzen die Grafen von Mansfeld nachweislich die Vogteirechte über das Kloster.

 

1325 Das Kloster Wimmelburg ist im Besitz der Patronatsrechte über die Pfarrkirche St. Pauli in Klein-Eisleben. Erstmals wird ein Krankenhaus im Wimmelburger Kloster erwähnt.

 

1329 Am 4. April verkauft das Kloster Kaltenborn dem Kloster Wimmelburg das Dorf Erwinsrode und das Patronatsrecht über die dortige Kirche.

 

1333 Am 1. Mai schenkt Graf Burchard von Mansfeld dem Kloster Wimmelburg das Patronatsrecht über die Pfarrkirche St. Petri in Eisleben.

 

1352 Am 1. Februar übereignet Bischof Albrecht von Halberstadt dem Wimmelburger Kloster die Pfarrkirchen St. Petri in Eisleben und St. Pauli in Klein-Eisleben.

 

1381 Papst Urban VI. nimmt das Kloster Wimmelburg in seinen Schutz und bestätigt dessen Privilegien und Freiheiten.

 

1442 Das Kloster erklärt die Grafen Volrad, Günther und Gebhard von Mansfeld, 1455 die Grafen Günther, Gebhard und Busse, zu seinen alleinigen Vögten.

 

1491 Abt Andreas vom Kloster Berge bei Magdeburg reformiert das Wimmelburger Kloster nach der Bursfelder Regel.

 

Spät- „Große Wallfahrt und Zugelauf“- Kloster Wimmelburg wird Wallfahrtsort. Mittelalter „Besessene wurden in das Cyriacuskloster gelobt und gebracht, weil St. Cyriacus besessene Leute vom Bösen erlöst und die Teufel von ihnen ausgetrieben habe. Die Wimmelburger Mönche versprachen den Leidenden, beim Klang ihres Cyliax-Glöcklins von der Krankheit und dem Teufel befreit zu werden.“

 

1503 Abt, Prior, Subprior, Custos, Cantor und der Konvent des Klosters bestätigen, daß sie für die Beschädigung ihrer Klostergüter durch den Bergbau von den Grafen von Mansfeld mit Bischofrode entschädigt worden sind.

 

1524 Am 26. März bekunden Abt, Prior, Custos, Procurator, Succentor, Cantor, Kellner und der Konvent des Klosters Wimmelburg, versammelt im Capitel, daß sie alle ihre Rechte an der Pfarrkirche St. Petri in Eisleben (Martin Luthers Taufkirche) dem Grafen Albrecht von Mansfeld „zugestellt und vereignet“ haben.

 

1525 Zwischen dem 2. und 4. Mai wird das Benediktinerkloster Wimmelburg durch Bauern und Bergleute „gestürmt, gepucht und geplündert“, aber nicht zerstört.

 

1526 Das Kloster wird säkularisiert (verweltlicht, verstaatlicht) und in ein gräfliches Klosteramt umgewandelt. Zum Amt gehören das Dorf Wimmelburg, das Vorwerk Birken (Birkenschäferei) und später auch das Vorwerk Nußbreite (Neustadt Eisleben).

 

1680 Am 10. Januar werden Klostergebäude und der größte Teil der romanischen Klosterkirche bei einem Großbrand zerstört. Reste der Klosterkirche werden 1686 zur heutigen Pfarrkirche ausgebaut.

 

vor

1700 Die Herren von Phuel errichten auf der Grundfläche des Langhauses und der Seitenschiffe der abgebrannten Klosterkirche ihren Herrensitz.

 

1700 Am 9. November heiratet Thilo Leberecht von Trotha, der Ahnherr aller heute lebenden Trothas, in der ehemaligen Wimmelburger Klosterkirche Fräulein Amalie Elisabeth Gottliebe von Phuel.

 

1797 Nach dem Tod des Kammerherrn von Phuel fällt das Klosteramt an den kursächischen Lehnsherrn und wird Domäne.

 

1813 Am 1. November wird die Domäne von Preußen in Besitz genommen.

 

1946 Aufteilung der preußischen Domäne im Rahmen der Bodenreform.

 

[Chronologie nach Urkunden des Klosters Wimmelburg, des Hochstifts Halberstadt und des Hochstifts Merseburg sowie einschlägiger Fachliteratur]